Tierarztpraxis Creußen
Dr. Michael Wolf
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Französische Lebensart

Baby ist eine Bulldogge. Eine Französische Bulldogge. Charmant und dem Savoir Vivre sowie der schönen Lebensart zugetan. Also gut, Nichthundemenschen würden das vielleicht schlicht und einfach verfressen nennen, aber Babys Frauchen betitelt das als „kultiviert“.

Tja, das ist so eine Sache. Menschen und Hunde – oder umgekehrt – werden sich ja angeblich im Laufe der Zeit immer ähnlicher. Wen wundert es also, dass Frauchen ebenfalls verfressen -entschuldigung kultiviert – ist? Champagner und schönen Wein, so er denn keinen Alkohol hätte, durchaus in größeren Mengen konsumieren könnte?

Wie auch immer. Frauchen hat eine Nichte. Und die ist wirklich kultiviert. Macht eine Ausbildung in einem noblen Sterneschuppen. Da liegt natürlich nichts näher, als zusammen mit der Vier-Pfoten-Französin dort auf- und sich den Bauch vollzuschlagen. Habe ich schon erwähnt, dass in den meisten Luxuslokalen Hunde nicht nur geduldet, sondern durchaus mal erwünscht sind und nach Strich und Faden verwöhnt werden? In dem Super-Sterne-Schuppen ist das jedenfalls so. Baby darf auf einer eigenen Decke auf der Bank sitzen und kriegt selbstverständlich das Wasser im Grün-macht-gute-Laune-Napf direkt angereicht. Nicht dass Wauzi sich womöglich am Boden verrenken muss. Dass Baby Wasser, sei es von oben, unten oder im Napf nicht allzu zugetan ist, kann das beflissene Personal ja nicht riechen. Ist aber auch egal, denn das frankophile Felltier benimmt sich erstklassig. Bettelt nicht am Tisch, wartet brav, bis Frauchen aufgegessen hat, um dann auf Empfehlung der Nichte – „…da müsst ihr unbedingt hingehen, der Barkeeper ist der Hit…“ - samt Frauchen und deren Ehemann noch in die zum Lokal gehörige Bar zu tapeln.

Die nette Nichte hat Recht. Der Barkeeper IST der Hit. Kaum hat Wauzi die erste Pfote dort aufs Parkett gesetzt, kommt auch schon die Frage: „Mag der Hund ein bisschen Wasser?“ Sehr zuvorkommend. Frauchen schätzt sowas. Doggie first. Dass Wasser, wir hatten das ja, glaube ich, schon erwähnt, nicht zu Babys Favourites gehört, kann der arme Mensch ja nicht wissen.

Herrchen schmunzelt und klärt auf: „Hm, ja, Wasser, nun, das mag das Vieh eigentlich nicht so gerne…“

„Ja, was trinkt der Hund denn dann?“

Gutes Essen macht lustig und bewegt das sonst so wortkarge Herrchen zu Scherzen: „Na ja, so Wein und Champagner und halt was es in Frankreich sonst so Leckeres gibt…“

Der Barkeeper verschwindet, um in gefühlt einer Zehntelsekunde mit einem bis zum Rand gefüllten Wassernapf wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Baby, die sich sonst eher in, sagen wir mal, gemäßigtem Tempo bewegt, hechtet, als sei sie am Verdursten, darauf zu.

Herrchen und Frauchen im Chor: „Das gibt’s doch nicht, unser Hund trinkt Wasser! Jippie!“

„Wieso Wasser? Ich denke, der Hund mag das nicht? Das ist Prosecco!“

Frauchen, das sich sonst noch gemäßigter als ihr Hund bewegt, mutiert plötzlich zum Tempowunder, schnappt sich den Napf und bereitet dem Bully damit eine herbe Enttäuschung.

Der Barkeeper wundert sich noch heute. Gäste in der Sternegastronomie sind ganz eindeutig sehr, sehr seltsame Wesen. Kein Wunder, dass die Hunde dort verwöhnt werden, die sind deutlich einfacher…

Hund am Napf